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Es wird kalt - Jetzt brauchen wir Eure Hilfe!

01.01.2018 17:37

Notsituation auf Lesbos:
News

Es wird kalt - Jetzt brauchen wir Eure Hilfe!

 

Aktuell leben im Flüchtlingslager auf Lesbos 7000 Menschen. Gebaut wurde es für rund 2300. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das Leben der geflüchteten Menschen in den vollkommen überfüllten Flüchtlingsunterkünften ist sicher nicht menschenwürdig. Sommerzelte im Winter, zusammen eingepferchte Menschen, wenig Essen: Die Zustände im griechischen Flüchtlingslager Moria auf Lesbos treffen sehr viele Kinder, warnt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Aktuell berichtet der Spiegel am 26.12.2017 über die akute Situation auf Lesbos: http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-mehr-als-2000-kinder-leben-im-auffanglager-moria-auf-lesbos-a-1185043.html

 

Ich kenne die Situation vor Ort aus persönlichen Erfahrungen seit 2007. Damals kamen nur wenige Menschen, die sich auf der Flucht befinden, auf Lesbos an. Es waren damals keine 100 im Jahr. Über die Jahre wurde es langsam mehr. Von Beginn an hatte Papa Stratis, ein griechischer Pope auf Lesbos, diese Situation erkannt und sich von Anfang den flüchtenden Menschen angenommen. 2012 wurden es langsam deutlich mehr Menschen. Bis 2015 schließlich über 800.000 Menschen allein auf Lesbos ankamen, wobei Lesbos gerade einmal 90.000 Einwohner hat. Zu dieser Zeit haben wir bereits selbst damit begonnen, Hilfslieferungen auf die Insel zu senden. Damals noch in Zusammenarbeit mit Papa Stratis (http://tracks.unhcr.org/2015/07/a-good-samaritan-in-greece/)  und der Starfish Foundation.

 

2016 wurden es deutlich weniger Menschen, welche die gefährliche Flucht über das Mittelmeer auf sich nahmen. Dies lag hauptsächlich am Flüchtlingsabkommen der EU und der deutschen Bundesregierung mit der Türkei. Dies hat aber leider auch zur Folge, dass immer mehr Menschen auf der Insel Lesbos in den Camps fest sitzen, da die Bearbeitung der Asylanträge und der Abschiebungsverfahren sehr schleppend voran geht. Dies führte am Ende nun dazu, dass die Lager deutlich überfüllt sind. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es seitens der EU versäumt wird, die unter der Krise leidenden und überforderten Griechen auf Lesbos ausreichend zu unterstützen. Hilfe haben wir währenddessen weiter versucht zu leisten, indem wir beispielsweise ein dringend benötigtes Ultraschallgerät besorgt haben und es auf die Insel gesendet haben. Die Situation ist aber wieder deutlich dramatischer geworden. Frauen besorgen sich neuerdings Windeln, da sie sich nicht mehr auf die Toiletten trauen. Die Zelte, in denen die Menschen im Winter übernachten sollen, sind Sommerzelte und zum Wärmen gibt es nur einfache Decken. Hilfe ist also sehr dringend nötig.

 

Da die Hilfe nun nicht mehr nur dringend, sondern auch langfristig nötig sein wird, ist es umso wichtiger, effektiv zu arbeiten und kein Geld mehr zu verbrennen. Dies würde passieren, wenn wir in kleinen Gruppen, kleine Transporte nach Griechenland senden. Ein Beispiel effektiver zu Arbeiten wäre es, Lieferungen zusammenzufassen oder organisiert Essen zuzubereiten und zu verteilen, wie es die NoBorderKitchen auf Lesbos tut. Selbstorganisiert durch einige Volunteers, die jeden Tag durch Spenden finanziert kochen und Essen auf Lesbos verteilen. Auf der einen Seite werde ich natürlich selbst anpackend weiter helfen, jedoch fragen mich jeden Tag Menschen wie sie auch helfen können. Ich suchte nun nach Möglichkeiten. Deshalb freuen wir uns sehr nun die Zusammenarbeit mit dem Heimatstern e.V. München beginnen zu können. Gegründet wurde der Verein von Privatleuten, die ohne finanzielle Interessen einen Verein ohne Wasserkopf gegründet haben, um einfach nur den Menschen in Not helfen zu können. Petra, eine der Gründerinnen des Vereins hat mir erzählt, wie sie 2015 einem inneren Impuls folgend zum Münchner Hauptbahnhof gefahren ist, um gemeinsam mit Ihrer Tochter die Menschen willkommen zu heissen, die sich auf der Flucht befinden. Die teilweise schwer verletzten und stark traumatisierten Menschen, die sie dort sah, haben sie seither geprägt und seit über zwei Jahren unermüdlich und ehrenamtlich für den Verein arbeiten zu lassen. So auch Tilman, der auch zu den Gründern gehört. Durch ein Gespräch mit, Aris, dem Leiter des Attika Warehouse auf Lesbos wurde ich auf Tilman aufmerksam. Laut Aris, gehört der Verein Heimatstern zu denen, die einfach unkompliziert und trotzdem professionell und effektiv helfen. Geliefert wird, was gebraucht wird. Dies hatte mich überzeugt. Denn genau einen solchen Verein ohne Verwaltungs-Wasserkopf und mit hemdsärmeliger Einstellung habe ich erhofft zu finden.

 

Kurz vor Weihnachten ist das große Lager Moria auf Lesbos zu einem grossen Teil abgebrannt und die Temperaturen fallen. Die bereits zuvor menschenunwürdige und lebensbedrohliche Lage wird also noch bedrohlicher.

 

Wir benötigen also nun dringend Eure Hilfe! Das Gute ist, dass Ihr nun ganz einfach helfen könnt und dafür auch eine Spendenquittung bekommt. Einfacher geht es wirklich nicht. Entweder spendet Ihr direkt online über betterplace.org mit Paypal, Kreditkarte oder Überweisung oder direkt ans Spendenkonto von Heimatstern e.V.

 

betterplace.org

Nothilfe für Flüchtlinge auf Lesbos und der Ägäis

Das Projekt:

https://www.betterplace.org/de/projects/58575-nothilfe-fur-fluchtlinge-auf-lesbos-und-der-agais?utm_source=project_widget&utm_medium=project_58575&utm_campaign=widget

Spenden:

https://www.betterplace.org/de/projects/58575/donations/new#paypal

 

Spendenkonto: (Stichwort “Lesbos Hilfe”)

IBAN: DE47 7015 0000 1004 2328 54

BIC: SSKMDEMMXXX

Stadtsparkasse München

Kontoinhaber: Heimatstern e.V.

 

PS.:

Ein Paradox gibt es auch. Es kommen immer weniger Touristen und die Menschen die auf Lesbos vom Tourismus leben leiden darunter. Dies ist meiner Meinung nach aus verschiedenen Gründen unfair. Zum einen, weil die ohnehin schon Eurokrisen gebeutelten Menschen auf Lesbos Anerkennung und Solidarität für Ihre Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit verdient haben, anstatt durch Tourismus-Entzug bestraft zu werden. Außerdem liegen die touristisch erschlossenen Gebiete auf Griechenlands drittgrößter Insel weit entfernt von den Stellen, wo Flüchtende angekommen sind. Dies hat mittlerweile dazu geführt, das von den 27 Chartermaschinen, die in der Saison angekommen waren, aktuell nur noch 4-5 ankamen. Also mein Aufruf: Macht Urlaub auf Lesbos. Einer der schönsten Inseln im Mittelmeerraum.